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John A. Rush: „The Mushroom in Christian Art“ / Der Fliegenpilz (202)

Cover des Buches “The Mushroom in Christian Art” des kalifornischen Professors für Anthropologie John A. Rush, welches Anfang des Jahres 2011 erschienen ist.

Wolfgang Bauer, Ethnomykologe, Herausgeber und Coautor von “Der Fliegenpilz – Traumkult, Märchenzauber, Mythenrausch“ schreibt dazu:

For thousands of years innovative people like shamans, witches and priests have travelled between the worlds. They go from our normal world into the otherworld to communicate with spiritual beings. Holy plants like the fly agaric have always been one of the secret means to cross the border from here to there and to participate and share divine insights. John Rush shows that the Christian church was aware of this secret key as well, but hid it carefully in a overwhelming flood of symbols created by initiated artists.

He states that the religious scenes, which are presented in graves, chapels and churches, do not end in itself, are not a pious ornament or an artistic expression only. They surprisingly contain the secret how a human being can experience the divine presence even today. We are presented with the tools to pick up the long lost thread to find the deeper meaning behind these fascinating picture puzzles.

The book presents a solitary collection of inspired religious iconography on mosaics, mural paintings, glass windows and illuminated manuscripts from the 3rd Century on. The author describes, explains, deciphers and interprets not only the meaning, coherence and context, he also presents us with the roots by connecting us with all those enlightened Egyptian, Jewish and Hindu god seekers of old.

This book is a miracle and a revelation! A real eye opener and with all its illustrations a real eye catcher!

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Seit tausenden von Jahren bereisen Schamanen, Hexen und Priester die Welten. Unsere “normale” Welt verlassend, kommunizieren sie mit spirituellen Wesen. Heilige “Pflanzen” wie der Fliegenpilz stellten seit jeher geheime Mittel dar, die ermöglichten, die Grenze vom Jetzt zur Anderswelt überschreiten zu können und an “göttlichen” Einsichten teilzuhaben.

Dass das Christentum, die katholische Kirche, diesen Schlüssel jederzeit kannte, zeigt uns John Rush, – und dass sie dies in einer überwältigenden Fülle von neu geschaffenen Symbolen mit der Hilfe eingeweihter Künstler sorgfältig zu verbergen wusste.

Dabei zeigt John Rush auf, dass die auf Gräbern, in Kapellen und Kirchenbauten präsentierte religiöse Szenerie nicht nur auf frommer Darstellung oder künstlerischem Ausdruckswillen basiert. Überraschenderweise enthalten diese Kunstwerke noch heute das scheinbar geheime Wissen, das Menschen Transzendenz erfahren lässt.

In der Tat wird der Leser mit Werkzeugen vertraut gemacht, die lang vergessenen, doch faszinierenden Puzzle-Teile tieferen Wissens zu einem ganzheitlichen Bild neu zusammenzufügen.

Das vorliegende Buch präsentiert dabei eine einzigartige Sammlung religiös inspirierter Ikonografie, von Mosaiken, Wandmalereien, kirchlichen Fensterbildern und erleuchtenden Handschriften seit dem dritten Jahrhundert unserer Zeit.

Der Autor beschreibt, erklärt, entschlüsselt und interpretiert darüber hinaus nicht nur Zusammenhänge und Bedeutungen im Kontext, er verknüpft sie letztlich mit den Wurzeln ägyptischer, jüdischer und hinduistischer, sprich: altehrwürdiger Gottsuche!

Dieses Buch scheint mir beinahe ein Wunder zu sein: Es ist aber eine Offenbarung! Mit all den gedruckten Bildern vermag es die Augen zu öffnen, – mit seinem Thema aber richtet es den Blick.

Dem 400 Seiten starken Buch (North Atlantic Books, ISBN 978-1556439605, € 21,99) liegt eine DVD mit 252 Abbildungen christlicher Kunstwerke bei.

„The Mushroom in Christian Art“ analysiert die Bedeutung des Pilzes als Motiv in der christlichen Kunst und legt den Schluss nahe, dass dieses die wahren Wurzeln des Christentums und der katholischen Kirche widerspiegelt. Nach eingängiger Untersuchung christlicher Kunstwerke vom Jahr 200 u. Z. bis heute, kommt der Autor John Rush zu dem Schluss, dass Jesus Christus keine tatsächliche historische Person war, sondern er vielmehr die Personifikation des heiligen Pilzes „Amanita muscaria“ sowie der mystischen Erfahrung, die durch den Konsum psychoaktiver Pflanzen und Pilze, wie ihn experimentelle frühchristliche Sekten praktizierten, hervorgerufen wird.

Unter Berücksichtigung historischer Primärquellen, zeichnet Rush die biographische und ikonografische Geschichte Jesu nach, so wie sie seit 325 u. Z. überliefert worden ist. Im Zuge dessen beweist er die Allgegenwart des Pilzes in der christlichen Kunst der Frühzeit, dessen Konsum – obwohl in der Kunst oftmals versteckt dargestellt – ein elementarer Bestandteil frühchristlicher Rituale war. „The Mushroom in Christian Art“ betont die Tatsache, dass die Botschaft Jesu eine durch Liebe, Frieden und spirituelles Wachstum geprägte war und deutet seine „Ermordung“ als eine Verschwörung reaktionärer Mächte, die die Worte Jesu in jenes unterdrückende religiös-politische System verwandelt haben, das bis heute existent ist. Rushs brillante Darstellung des verbreiteten „Amanita muscaria“-Konsums innerhalb frühchristlicher Sekten steht im Gegensatz zur herkömmlichen Deutung der Religionsgeschichte und ist gleichermaßen provokativ wie überzeugend.

Die beigelegte DVD enthält 252 verblüffende Farbkopien christlicher Kunst, deren symbolische Bedeutung en détail erläutert werden.

Die Übersetzung des Klappentextes besorgte Stefan Kappler.

(Bilder: Archiv Wolfgang Bauer)

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